Peters Start in das Leben ist nicht sehr erfreulich. Kurz nach seiner Geburt, als seine Schwester Sheila auf ihn acht geben soll, verschwindet der Säugling spurlos. Die Wiege ist samt dem Kind nicht mehr aufzufinden, trotz einer mehrtägigen Suche, bei der alle Bauern aus der Umgebung den trauernden Vater unterstützen. Peters Mutter Betty ahnt jedoch, was passiert ist: Peter könnte von den Feen entführt worden sein. Deswegen versucht sie mit magischen Mitteln und einer Anrufung ihr Glück. Und tatsächlich steht am nächsten Tag ein Korb vor der Tür der Familie, in der ein kleines Kind liegt. Es sieht nicht ganz aus wie Peter und hat strahlend grüne Augen, doch Betty nimmt es trotzdem als ihren Sohn an und akzeptiert, dass die Feen nicht immer alles zu zurückgeben, wie sie es bekommen haben.
Als Peter etwas älter geworden ist, wird er von allen nur noch Scrubby genannt. Er hat sich mit der Natur angefreundet und fühlt sich in den Wäldern zu Hause. Auch mit Tieren kann er gut umgehen. In den tiefen Wäldern hat er einen Freund gefunden, einen alten Mann, der ihm die Magie seiner Umgebung zeigt und ihm von der verborgenen Welt aus Feen, Elfen, Kobolden und anderen magischen Wesen berichtet. Doch Scrubbys Glück hält nicht lange, denn er und seine Familie müssen in die große Stadt ziehen, da die Felder im Dorf nicht mehr wachsen und es keine Arbeit mehr gibt. Doch kann man in der Stadt Geld verdienen? Und kann Scrubby dort die Nähe zur Natur wiederfinden?
„Die Missgeburt“ ist der erste Band aus der Comic-Serie „Die Legende vom Changeling“. Die Geschichte stammt aus der Feder von Pierre Dubois, wurde gezeichnet von Xavier Fourquemin und Koloriert von Scarlett Smulkowski. Dank Dubois Kenntnissen um alte Legenden und Magisches ist ein feinfühliges Märchen entstanden, das den Leser schnell in seinen Bann zieht. Schonungslos wird die Gesellschaft von vor über 1000 Jahren dargestellt, auch wenn sie nicht immer dem entspricht, was wir als angenehm empfinden. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass Eltern ihre Kinder schlagen. Dazu kommt der fantastische Aspekt, der sich immer wieder in kleinen oder größeren Andeutungen wiederfindet. Tatsächlich bekommt man immer nur häppchenweise magisches präsentiert, was die Handlung aber besonders spannend hält. Man weiß nie so genau, was real ist, was der Fantasie entspringt oder was magisch ist. Hier tappt man als Leser gemeinsam mit Scrubby durch eine unbekannte Umgebung.
Ungewöhnlich ist, dass der Protagonist, also der kleine Scrubby, nicht als besonderer Schönling dargestellt wird. Er sieht durchaus ein wenig verschroben und sogar alterslos aus. Das stellt aber besonders gut sein Wesen dar. Die Darstellung der einzelnen Szenen ist filmhaft zu nennen. Wenn die Bilder immer näher zu einem Objekt wandern und dann nach und nach Details hervorgehoben werden, wirkt das fast wie eine Kamerafahrt und lässt den Comic besonders lebendig erscheinen. Besonders farbenfroh ist die Geschichte nicht dargestellt, damit wird aber die Trostlosigkeit des damaligen Lebens sehr gut hervorgehoben. Wenn Scrubby sich in der Natur befindet, herrscht ein sattes Grün vor, ansonsten sieht man viele Brauntöne.
Die Aufmachung des Bandes lässt nichts zu wünschen übrig. Der Comic ist fest gebunden und die Bilder zeigen einen hochwertigen Druck. Allen, die sich in eine fantastische Welt voller Feen, Elfen und Kobolde entführen lassen wollen, sei „Die Legende von Changeling“ wärmstens empfohlen. Aber Vorsicht: Die Geschichte ist noch nicht abgeschlossen und man wird es aufgrund der überaus spannenden Geschichte kaum erwarten können, endlich die Fortsetzung in der Hand zu halten. Doch die ist zum Glück bereits für August 2009 geplant.

Gebundene Ausgabe: 56 Seiten
Verlag: Piredda Verlag; Auflage: 1., Aufl. (15. April 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3941279270
ISBN-13: 978-3941279278
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Diese Rezension ist mit freundlicher Unterstützung des Piredda Verlags entstanden.