Neulich erreichte mich ein Brief von einem gewissen Prof. Dr. Jens Wildermann vom Archäologischen Institut Brandenburg. Er schrieb, dass er Hilfe bräuchte, denn es seien nicht nur seltsame Artefakte aufgetaucht, sondern es gäbe auch bedrohliche Schatten und eine seiner seiner Kolleginnen sei spurlos verschwunden.

Natürlich war meine Neugierde geweckt und ich schrieb Herr Wildermann, dass ich ihn gerne bei seiner Suche unterstützen würde. Beim ersten Termin, bei dem die Koordinaten aufgesucht werden sollten, die auf einem der Artefakte in verschlüsselter Form zu sehen sind, hatte ich jedoch leider keine Zeit. Man konnte aber bereits wenig später Fotos des Ausflugs im Internet finden.

Gestern war es dann auch für mich endlich so weit: Ich habe, mit fünf weiteren Unterstützern, Herrn Wildermann bei seiner Suche begleitet, die uns durch Feld, Wald und Wiese führte.

Doch was hatte es mit diesem Brief und dem Abenteuer wirklich auf sich?

ARG ist die Abkürzung für “Alternate Reality Game“. Bei solchen Spielen taucht man in eine fiktive Welt ein, die jedoch in der realen Welt gespielt wird. So genannte “Puppetmaster” organisieren verborgen im Hintergrund ein manchmal mystisches, aber immer spannendes Game, bei dem jeder mitmachen kann. Zwar erhält nicht jeder jede Information, aber über das Internet sind die Spieler extrem gut und effizient miteinander vernetzt so dass schnell eine große Community entsteht.

Aufmerksam wird man auf diese Spiele, weil man auf irgendeinem Wege eine interessante Information bekommt. Oft wird die Post gewählt, es kann aber auch soetwas wie ein USB-Stick in einer Lieferpizza sein, die man gar nicht bestellt hat. Manchmal muss man sich vorher bei den Veranstaltern anmelden, aber man kann auch ungewollt in ein in ein ARG verstrickt werden. Die Informationen sind allerdings meist deutlich als Teil eines Spiels gekennzeichnet, so dass man sich zwar bewusst in die alternative Realität fallen lassen kann, aber immer weiß, dass alles nur zum Vergnügen der Teilnehmer stattfindet.

Doch zurück zu den Schatten und Artefakten, den es zu folgen galt. “Die Schatten kommen” ist ein Geocaching-Abenteuer, bei dem man mit einem GPS-Gerät ausgestattet immer wieder neuen Koordinaten folgt, die einen tiefer in das Geschehen ziehen.

Pünktlich um 18:30 Uhr trafen alle Teilnehmer sich am Nordbahnhof in Berlin ein, von wo aus Herr Wildermann uns im Instituts-Mobil zu den zuletzt gefundenen Koordinaten brachte. Wir hielten in einer Gegend, in der es nur wenige Häuser gab und wo wir von grünen Wiesen und Feldern umgeben waren. Schnell war in einem Baumstumpf der nächste Hinweis gefunden. Nur wenn man ganz genau hinsieht, kann man die Schnur entdecken, an der innen die Box mit weiteren Informationen baumelt.

Eine gewisse Fiona weißt uns an, dem Weg bis zum dargestellten Objekt auf dem beiliegenden Bild zu folgen, was wir natürlich tun.

Das Schild ist gefunden und auf seiner Rückseite befinden sich neue Koordinaten.

Sie werden ins GPS-Gerät eingegeben und die Suche geht weiter.

Wieder in einem Baumstumpf finden wir diesmal ein kleines Plastikröhrchen, in dem sich ein Zettel befindet.

“Verbunden durch ein Tor, gelangen auch die Schatten von unserer in eure Welt und zurück”. Das klingt bedrohlich und schnell folgen wir den neuen Koordinaten.

In einer Box verborgen befindet sich eine weiteres Bild mit einem Hinweis und eine neue, keltische Karte.

Usedom? Berlin? Moment mal, wie wollen doch ein Rätsel lösen!

Aha, der Stein weißt uns den Weg zu einem Verschlussstein.
Von diesen Steinen brauchen wir offensichtlich fünf, um den Zugang für die Schatten wieder zu versiegeln. Doch wo finden wir den abgebildeten Wegweiser?

Außerdem finden wir ein Rätsel, welches uns weitere Informationen liefert. Wenn man das Papier gegen das Licht hält, sieht man die Buchstaben, die auf der Rückseite aufgedruckt sind, in dem Kreismuster. In der richtigen Richtung gelesen ergeben sie folgendes:
“Nehmt diese Karte, um am Ende eurer Reise die Verschlusssteine auszulegen.”
Hm, das ist seltsam, denn Herr Wildermann will, dass wir die Karten immer wieder an ihren Fundort zurücklegen. Aber zum Glück haben wir jede Menge Fotos gemacht.

Und wenn man die mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms alle zusammensetzt, enthält man tatsächlich ein komplettes Bild. Allerdings sieht man auch deutlich, dass uns noch zwei Teile fehlen. Andererseits sind es fünf Kreise, in die auch unsere fünf Artefakte passen würden.
Da bleibt uns wohl nur abzuwarten und zu schauen, was noch passiert… Am besten nehme ich die Karten in Form von ausgedruckten Fotos mit zum nächsten Treffen.
Wir folgen weiter dem Weg.

Nur kurze Zeit später ist der abgebildete Wegweiser gefunden, hinter dem sich ein weiteres Röhrchen mit Informationen befindet.

Diesmal befinden sich Runen auf dem Blatt, die Herr Wildermann aber zum Glück lesen kann. Dort stehen “Innenwelt” und “Außenwelt” verzeichnet und uns wird gesagt, dass die Schatten in den Krieg ziehen.

Nun heißt es schnell handeln und wieder neue Koordinaten eingeben.

Andere Expeditionsteilnehmer nehmen die Hürden nicht ganz so schnell wie wir *g*

Inzwischen ist es dunkler geworden, aber mit Hilfe unserer Taschenlampen finden wir ein weiteres Versteck an unserem Zielort.

Wow, wir haben einen weiteren Verschlussstein gefunden!

Und auf seiner Rückseite befinden sich wieder verschlüsselte Koordinaten, die wir mit Hilfe einiger Runensteine, die einen pfiffigen Zahlencode zeigen, enträtseln können.

Bei unserer Suche stoßen wir sogar auf ein altes Keltengrab, bei dem wir jedoch keine neuen Informationen entdecken können.

Die aktuellen Koordinaten liegen 24 Kilometer von unserem Standort entfernt, das heißt, wir müssen erst wieder eine Weile mit dem Auto fahren. In einem weiteren Waldgebiet angekommen erwartet uns eine wirkliche Überraschung, die sich auf Fotos leider nicht festhalten lässt: Der Wald flüstert uns Informationen zu.
Eine raunende, weibliche Stimme warnt uns, dass wir nicht mehr viel Zeit hätten und uns am 12. Juni 2010 bei den Koordinaten vom letzten Artefakt einfinden sollen, um die Schatten rechtzeitig aus unserer Welt zu verbannen.

Während die Stimme im Hintergrund immer und immer wieder ihre eindringlichen Worte wiederholt, stoßen wir auf die letzte Box mit neuen Runen…

…und dem letzten Verschlussstein mit wieder neuen, verschlüsselten Koordinaten, die sich in der Nähe des Teufelsses zu befinden scheinen.

Es ist spät Nachts und wir haben es geschafft! Von Mückenstichen zerschunden und Grünzeug zerkratzt, doch allesamt glücklich mit dem Erfolgserlebnis machen wir uns auf den Weg nach Hause und warten gespannt auf den 12. Juni, an dem allein wir es in der Hand haben werden, die Welt zu retten!

Weitere Informationen zu “Die Schatten kommen”

Offizielle Webseite: http://die-schatten-kommen.de/
Das Spiel im Patmo-Forum: http://forum.patmo.de/index.php?topic=438
Fotos eines weiteren Expeditionsmitgliedes:
http://www.flickr.com/photos/38400872@N08/sets/72157624083352873/

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Kommentare

Kat on 11 Juni, 2010 at 23:07 #

Oh wie cool! Das macht bestimmt riesig Spass!!!! Gibts das auch in Hamburg? Nach Berlin komme ich nämlich so selten….aber das klingt alles sehr gut. Hach. Ich will auch!


admin on 11 Juni, 2010 at 23:31 #

Bestimmt gibt es auch mal was in Hamburg. Melde dich doch einfach beim weißen Kaninchen an, dann kriegst du sicher auch mal Post :)
http://folge-dem-kaninchen.de/


Lairosiel on 12 Juni, 2010 at 09:43 #

“Natürlich muss man sich vorher bei den Veranstaltern anmelden, denn ungewollt wird niemand in ein ARG verstrickt.”

ist so nicht ganz wahr hehe, dass mag bei vom Kaninchen produzierten ARGs so sein, aber das ist ein ganz neuer Weg, den es vorher so noch nicht gab. *nur mal so erwähnt hat*

ansonsten hoff ich, dass ihr heut die welt retten werdet, viel erfolg.


admin on 12 Juni, 2010 at 10:14 #

Hi Lairosiel,
danke für den Hinweis, das war mir nicht klar. Dann ändere ich die Passage mal lieber, will ja hier keine Falschinformationen verbreiten! : )


Draconis on 15 Juni, 2010 at 19:09 #

w00t.
Sieht mächtig spaßig aus. Da hat sich jemand wirklich viel arbeit gemacht — und euer Trupp schien auch richtig spaß dabei gehabt zu haben. :)


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